Humanismus
Der Mensch ist Maßstab und Verantwortlicher zugleich. Ethik entsteht aus Vernunft, Empathie und Erfahrung – nicht aus Offenbarung. Wer Gutes tut, weil er es einsieht, handelt moralischer als jemand, der Strafe fürchtet.
Humaste · der menschliche Gruß
Ein Gruß für alle, die den Wert eines Menschen nicht von seinem Glauben ableiten. Kein Gott, kein Bekenntnis, keine Zugehörigkeit – nur Mensch zu Mensch.
in Englisch I greet the human in you!
Die Idee
Humaste steht für drei Gedanken, die zusammengehören, aber gern verwechselt werden. Sie sind der Grund, warum dieser Gruß ohne Gott auskommt – und trotzdem herzlich gemeint ist.
Der Mensch ist Maßstab und Verantwortlicher zugleich. Ethik entsteht aus Vernunft, Empathie und Erfahrung – nicht aus Offenbarung. Wer Gutes tut, weil er es einsieht, handelt moralischer als jemand, der Strafe fürchtet.
Ein Staat, der allen gehört, darf keiner Konfession gehören. Gesetze brauchen Gründe, keine Gebote. Religionsfreiheit schließt die Freiheit von Religion ein – sonst ist sie nur ein Privileg für die Mehrheit.
Würde ist keine Belohnung für den richtigen Glauben, sondern der Ausgangspunkt. Sie gilt auch dem, der anders denkt, anders glaubt oder gar nichts glaubt. Genau das sagt der Gruß.
Zwei Spielarten
„Humanismus“ ist kein einheitlicher Block. Zwei Stränge sind für Humaste wichtig, und der zweite wird oft übersehen.
Der Oberbegriff: Ethik ohne Rückgriff auf Religion.
Was gut ist, ergibt sich aus Vernunft, Empathie und den Folgen des eigenen Handelns – nicht aus einer Offenbarung.
Damit ist er eher ein Rahmen als ein Programm: Er verbietet niemandem den Glauben, verweigert ihm aber den Rang einer allgemein verbindlichen Begründung.
Historisch reicht diese Linie von der Aufklärung bis zu den Menschenrechten – getragen von der Idee, dass Menschen ihr Zusammenleben selbst regeln können und dafür niemanden über sich brauchen.
Derselbe Rahmen, naturwissenschaftlich gefüllt.
Geprägt vom Biologen Julian Huxley, im deutschsprachigen Raum vor allem durch die Giordano-Bruno-Stiftung und Michael Schmidt-Salomons Manifest des evolutionären Humanismus (2005).
Er nimmt ernst, dass der Mensch ein Ergebnis der Evolution ist: Mitgefühl, Fairness und Kooperation sind gewachsene Eigenschaften, keine Gaben von oben. Und weil zwischen Mensch und Tier keine Wand steht, sondern ein Übergang, endet die Rücksicht nicht an der Artgrenze.
Der Name
„Namaste“ wird meist übersetzt mit: Ich verneige mich vor dem Göttlichen in dir. Eine schöne Geste – mit einer Annahme, die nicht jeder teilt.
„Humaste“ verbindet das lateinische humanus („menschlich“) mit derselben Geste und streicht die eine Zutat, für die es keinen Beleg gibt. Übrig bleibt das, was unstrittig da ist: ein Mensch, der einem anderen Menschen begegnet. Aus Verneigung wird Begegnung – auf Augenhöhe statt von unten nach oben.
Der Gruß
Der Gedanke funktioniert überall, weil er nichts voraussetzt. Tippe auf einen Gruß, um ihn zu kopieren – und benutze ihn.
79 Sprachen
Die Übersetzungen sind sinngemäß. Wer eine Sprache besser kennt als wir: Korrekturen sind ausdrücklich willkommen.
Leitgedanken
Der Wert eines Menschen ist keine Belohnung für den richtigen Glauben, das richtige Buch oder die richtige Herkunft. Er ist der Ausgangspunkt, nicht das Ergebnis.
Was wahr ist, entscheidet sich an Belegen und Argumenten – nicht daran, wie alt eine Behauptung ist oder wie laut sie vorgetragen wird.
Es gibt kein zweites Leben, in dem sich Unrecht von selbst ausgleicht. Was hier gutgemacht wird, wird hier gutgemacht.
Religionsfreiheit heißt auch Freiheit von Religion. Niemand muss glauben, niemand muss mitfinanzieren, niemand muss schweigen.
Ein Staat, der allen gehört, darf keiner Konfession gehören. Gesetze brauchen Gründe, keine Gebote.
Ideen kritisieren, Menschen respektieren. Der Gruß gilt auch denen, die anders denken.
Häufige Fragen
Der Gruß erkennt im Gegenüber das an, was tatsächlich überprüfbar da ist: einen Menschen. Er kommt ohne Gottesbezug, ohne Bekenntnis und ohne Zugehörigkeit aus. Wer so grüßt, sagt: Dein Wert hängt nicht davon ab, woran du glaubst, woher du kommst oder zu wem du betest – sondern davon, dass du ein Mensch bist.
Säkularer Humanismus ist eine Weltanschauung, die Ethik aus Vernunft, Empathie und Erfahrung ableitet statt aus Offenbarung. Menschen gelten als fähig, ihr Zusammenleben selbst zu gestalten – verantwortlich, kritikfähig und ohne die Annahme einer übernatürlichen Instanz. Zentrale Werte sind Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit und Mitgefühl.
Humanismus ist eine Haltung: Der Mensch steht im Mittelpunkt von Ethik und Verantwortung. Säkularismus ist ein Ordnungsprinzip: Staat und Religion bleiben getrennt, niemandes Glaube wird zum Maßstab für alle. Beides passt zusammen, ist aber nicht dasselbe – auch religiöse Menschen können überzeugte Säkularisten sein.
Nein. Menschen handeln auch ohne Jenseitsversprechen und Strafandrohung anständig – aus Empathie, Einsicht und dem Interesse an einem funktionierenden Miteinander. Moral, die nur wegen einer beobachtenden Instanz funktioniert, ist keine Moral, sondern Gehorsam.
Der evolutionäre Humanismus ist eine naturwissenschaftlich fundierte Ausprägung des säkularen Humanismus. Er geht auf den Biologen Julian Huxley zurück und wird im deutschsprachigen Raum vor allem von der Giordano-Bruno-Stiftung vertreten; Michael Schmidt-Salomons „Manifest des evolutionären Humanismus“ (2005) ist sein bekanntester Text. Kern ist, dass der Mensch ein Ergebnis der Evolution ist: Mitgefühl, Fairness und Kooperation sind gewachsene Eigenschaften, keine Gaben von oben. Weil zwischen Mensch und Tier keine Wand steht, sondern ein Übergang, endet die Rücksicht dort nicht an der Artgrenze.
Weder noch. Humaste ist ein Gruß und die Idee dahinter: Menschlichkeit ohne Umweg über das Übernatürliche. Es gibt keine Mitgliedschaft, keine Beiträge, keine Lehre und niemanden, der Recht behält, weil er weiter vorne steht.
„Humaste“ verbindet das lateinische „humanus“ (menschlich) mit dem indischen Gruß „Namaste“, der traditionell als „Ich verneige mich vor dem Göttlichen in dir“ verstanden wird. Humaste streicht das Göttliche und behält das Wesentliche: den Menschen.
Netzwerk
Humaste steht nicht allein. Diese Seiten gehören zum selben Gedanken – jede mit eigenem Schwerpunkt.
Kein Verein, keine Mitgliedschaft, kein Beitrag. Humaste kostet nichts außer der Bereitschaft, im Gegenüber zuerst den Menschen zu sehen.
„Ich grüße das Menschliche in dir.“